Freiwillige Feuerwehr Schnellrode
Vereinschronik der Freiwilligen Feuerwehr Schnellrode
Am 11. Februar 1934 wurde auf Anregung von Bürgermeister Heinrich Oeste die Freiwillige Feuerwehr Schnellrode gegründet.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatte eine Pflichtfeuerwehr bestanden. 25 Schnellröder Männer erklärten ihren Beitritt.
Zur technischen Ausrüstung gehörte eine Handdruckspritze, Baujahr 1883.
Ortsbrandmeister Johann Gischler, der bis dahin auch die Pflichtfeuerwehr geführt
hatte, übernahm die Führung der Wehr.
Nachfolgender Ortsbrandmeister war für mehrere Jahre Johannes Schanze. Danach übernahm Johann Gischler wieder die Wehr.
Nach Kriegsausbruch wurden viele Feuerwehrmänner eingezogen und die Wehr
geschwächt. Aber trotzdem blieb sie immer einsatzfähig. Sieben Feuerwehrkameraden kamen nicht aus dem Krieg zurück.
Nach dem Krieg musste wieder eine Pflichtfeuerwehr aufgestellt werden, da die in
Kriegsgefangenschaft befindlichen Feuerwehrkameraden nur langsam in die Heimat
zurückkehrten. Die Pflichtfeuerwehr führte wiederum Johann Gischler.
Die Gemeinde Schnellrode baute 1948 unter schwierigen Bedingungen ein neues
Feuerwehrgerätehaus.
Nachdem Johann Gischler aus Altersgründen als Ortsbrandmeister ausschied,
übernahm Karl Hollstein das Amt und übte dieses bis zum Frühjahr 1952 aus.
Die erneute Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Schnellrode fand am 15. Juni 1952, anlüsslich einer Versammlung, einberufen durch Bürgermeister Jakob Kühlborn, statt. Es traten 31 Männer in die wieder gegründete freiwillige Feuerwehr ein, 25 aktive und
6 passive Mitglieder. Ortsbrandmeister wurde Ernst Köbberling.
1952, am Bezirksfeuerwehrtag Pfieffetal in Bischofferode, nahm die Wehr
erstmals mit einer Abordnung teil.
1957 war ein bedeutendes Jahr für die Schnellröder Wehr, denn die bis dahin im
Einsatz befindliche Handdruckspritze wurde durch eine neue Motorspritze TS 8/8
ersetzt.
Auf der Jahreshauptversammlung, am 18. Januar 1958 wurde Ernst Korndörfer zum
Ortsbrandmeister gewählt worden, Heinz Bornscheuer zu seinem Stellvertreter.
1963 erhielt die Wehr neue Uniformen. Die Gemeinde Schnellrode brachte jährlich zwischen 300 und 1.000 DM für die Wehr auf, so dass die notwendigen Ausrüstungen beschafft werden konnten.
Auf der Jahreshauptversammlung am 12. Januar 1963 hatte Ernst Korndörfer sein
Amt aus gesundheitlichen Gründung zur Verfügung gestellt. Zum neuen Ortsbrandmeister wurde Karl Hollstein gewählt, der bereits die Pflichtfeuerwehr geführt hatte. Sein Stellvertreter war bis 16. Januar 1965 Heinz Bornscheuer, danach bis 10. Februar 1973 Peter Klobes.
Am 4. Oktober 1965, gegen 14:30 Uhr, stand eine große, mir Heu und Stroh gefüllte
Scheune von Elisabeth Lebrecht in Flammen. Ein Teil der Feuerwehrmänner war mit
der TS 8/8 in kürzester Zeit am Brandherd und bekämpften das Feuer aus einem B-Rohr und sechs C-Rohren. Auch die alte Handdruckspritze kam zum Einsatz. Hilfe
leisteten Straßenbauarbeiter, welche gerade im Ort tätig waren. Die Wehr von
Spangenberg leistete Löschhilfe. Es gelang, den Hof Blum (einige Meter neben der
Scheune) zu retten.
Die Jugendlichen in der Wehr wurden 1968 zu einer Gruppe zusammengefasst, die Leitung übernahm Herbert Gischler.
Zum 35-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Schnellrode fand vom 19.-20. Juli 1969 ein Bezirksfest in Schnellrode statt. Alle Wehren aus dem Bezirk
"Pfieffetal" waren neben Günsterode, Retterode und Wickersrode erschienen und
nahmen an dem großen Festzug teil. Eine Löschübung wurde von der Jugendlichen
Gruppe unter Leitung von Herbert Gischler am Hof Bornscheuer durchgeführt.
1972 erhielt die Freiwillige Feuerwehr Schnellrode eine neue Satzung, danach nennt
sich der Ortsbrandmeister jetzt "Wehrführer". Für Alarmübungen wird die Sirene auf
der Schule benutzt. Zuvor wurde mit einem Signalhorn alarmiert.
Am 27. November 1975 erhielt die Wehr das Feuerlöschfahrzeug TSF 8/8, auf der
Basis eines Ford Transit. Dieses wurde von Bürgermeister Assmann und Ortsvorsteher H. J. Köbberling am 20. März 1976 eingeweiht. Die alte TS 8/8 Spritze erhielt Landefeld.
Für das neue Fahrzeug war ein Umbau des Gerätehauses erforderlich. Dieser wurde
unter Leitung von Karl Hollstein, unterstützt von Herbert Günther und Helmut Volland
durchgeführt. Auch ein Gruppenraum wurde eingerichtet. Die Stadt Spangenberg stellte damals für 1.500 DM Materialien zur Verfügung.
Auf der Jahreshauptversammlung am 18. Februar 1978 stellte sich Karl Hollstein nicht mehr als Wehrführer zur Wahl. Er hatte sie 17 Jahre lang mit Erfolg geführt und sich um Wehr und Schnellrode verdient gemacht, daher wurde er zum Ehrenortsbrandmeister ernannt.
Am 22. November 1981 erhielt Karl Hollstein für seine Verdienste den Ehrenbrief des Landes Hessen.
Zum neuen Wehrführer wurde Herbert Günther gewählt, welcher schon seit
14. Februar 1975 stellvertretender Wehrführer war.
Auf der Jahreshauptversammlung am 7. März 1992 wurde dann Kurt Kühlborn zum Wehrführer und 1. Vorsitzenden, er übt beide Ämter noch heute aus.
Herbert Günther hatte die Wehr bis dahin 14 Jahre erfolgreich geführt. Zum Bau eines neuen
Feuerwehrgerätehauses hat er die Weichen gestellt, dafür wurde die alte Scheune neben dem Dorfgemeinschaftshaus abgerissen.
Im August 1992 wurde dann mit dem Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses begonnen.
Am 12. September 1992 erfolgte die Grundsteinlegung und am 6. November 1992 folgte das Richtfest. Gut 13 Monate nach Baubeginn, am 10. Oktober 1993 war die Einweihung.
Durch die aktive Mithilfe aller Feuerwehrkameraden, Senioren und Schnellröder
Einwohner und Spenden der Schnellröder Bevölkerung, sowie Unterstützung der
politischen Gremien, konnte dieses Werk gemeinsam vollbracht werden
Es wurden über 3.400 Stunden Eigenleistung für den Brandschutz in Schnellrode
erbracht.
Infolge großem Interesse der Jugend für die Feuerwehr, wurde am 7. April
1995 die Jugendfeuerwehr Schnellrode mit 13 Mädchen und Jungen gegründet. Erster Jugendwart war Swen Golfels, sein Stellvertreter Björn Kühlborn.
Das 60-jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Schnellrode wurde vom 19.-20. August 1995 gefeiert (mit einem Jahr Verspätung).
Am 29. Mai 1998 erhielt die Schnellröder Wehr ein neues Feuerwehrfahrzeug,
Fahrgestell Mercedes Benz 308, Aufbau Firma Metz. Mit diesem Fahrzeug wurde der
Brandschutz erhöht. Vier Atemschutzgeräte, Tragkraftspritze TS 8/8 mit
Elektrostarter, Schaumausrüstung für Mittel- und Schwerschaum, einer
Motorkettensäge, vierteilige Steckleiter und weiteren diversen Neuerungen, gehörten dazu.
Die offizielle Übergabe erfolgte am 15. August 1998 durch Bürgermeister
H. J. Köbberling, unter reger Anteilnahme der Schnellröder Bevölkerung.
Seit 15. September 2002 besteht die erste kreisübergreifende, nachbarliche
Löschhilfe zwischen Schwalm-Eder- und Werra-Meißner-Kreis, im konkreten Fall
zwischen Schnellrode und Retterode, um für beide Orte einen besseren Brandschutz
zu gewährleisten und auch die Tagesalarmsicherheit zu erhöhen.
Im Jahr 2009 wird die Freiwillige Feuerwehr Schnellrode ihr 75-jähriges Bestehen feiern.
Die Freiwillige Feuerwehr Schnellrode und ihre Jugendfeuerwehr haben sich zur
Aufgabe gestellt, den Brandschutz in Schnellrode jederzeit zu gewährleisten und
darüber hinaus die kameradschaftlichen und kulturellen Veranstaltungen innerhalb
und außerhalb von Schnellrode zu fördern.
Im Bezug auf den Brandschutz ist unsere Wehr in den vergangenen Jahren selten
gefordert worden, häufiger waren die Einsätze zur technischen Hilfeleistung und
Unwettereinsätzen.
Die Freiwillige Feuerwehr Schnellrode setzt sich zusammen aus:
21 Mitgliedern der Einsatzabteilung
5 Mitglieder der Jugendfeuerwehr
19 Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung
53 Fördernde Mitglieder
Alle zusammen sind Mitglieder des Vereines der Freiwilligen Feuerwehr Schnellrode,
deren 1. Vorsitzender Kurt Kühlborn ist und die zurzeit 98 Mitglieder zählt.
Unser erster Grundsatz soll bleiben:
Kontakt
Kurt Kühlborn
Am Ziegenberg 1
34286 Schnellrode
Tel: +49 5663 1817